Foto: Alexander Berndt, mit freundlicher Genehmigung

Applaus will nach Serenade im Fürstensaal nicht enden –
Eigenkomposition als Höhepunkt
Von Alexander Berndt, Füssen.

Aus Allgäuer Zeitung vom 1. Juni 2006, mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung

Obwohl sich der Colloquium Chor Füssen die künstlerische Messlatte mittlerweile recht hoch gelegt hat, übersprang er sie am Sonntag bei seiner Serenade im Fürstensaal des ehemaligen Klosters St. Mang ohne große Mühe.

Mit einem mehr als zweistündigen Konzert mit Volksliedern und volksliedähnlichen Stücken aus aller Welt bewegten die ambitionierten Hobbysängerinnen und -sänger unter der professionellen Leitung von Dr. Ingrid Czaika die in eng zusammengestellten Stuhlreihen dicht gedrängt sitzenden Zuschauer zu beinahe frenetischem Beifall. Nach zwei Zugaben konnte der Chor dem nur durch sein dezidiertes Abtreten von der Bühne ein Ende machen. Wobei der lange und laute Applaus besonders den Solisten Barbara Camenzind (Sopran) und Markus Kluibenschädl (Bassbariton) sowie den Musikern Carolin Feneberg und Bernhard Zink galt, der darüber hinaus mit einer selbstkomponierten „Phantasie über jüdische Lieder“ auf sich aufmerksam machte.

Mit dem mittlerweile als Höhepunkt im kulturellen Veranstaltungs-Kalender der Stadt Füssen geltendes Ereignis zog der Colloquium Chor nicht nur seine inzwischen recht ansehnliche Fangemeinde in den Fürstensaal. Mit Bürgermeister Christian Gangl erschien auch einen Gast, der oft aufgrund anderer Verpflichtungen verhindert ist. Und der, als starker Verfechter der „Sportstadt Füssen“ künftig unbedingt die Wortfolge „sowie Musik- und Kulturstadt“ hinzufügen sollte. Was der Colloquium Chor mit diesem Frühjahrskonzert mit Werken von Max Reger, Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenberg, Gioacchino Rossini, Gaetano Donizetti und Wolfgang Amadeus Mozart servierte, präsentierte sich, als ein nahezu perfekt zusammengestelltes und gestaltetes Arrangement voller akustischer und optischer Harmonie.

Besonders hervorheben muss man die junge Dirigentin Dr. Ingrid Czaika, der es in intensiver Probenarbeit in kaum zu übertreffender Weise gelungen war, eine Mischung aus Amateuren sowie Halb- und Vollprofis eine qualitativ derart hochwertige Musikdarbietung auf die Bühne bringen zu lassen. Begeisterte diese das Publikum bereits mit Volksliedern aus Schweden, Schottland, Frankreich und Amerika, steuerte das Programm gegen Ende seinem Höhepunkt zu. Die Solisten Barbara Camenzind und Markus Kluibenschädl, der Chor sowie Carolin Feneberg und Bernhard Zink setzten unter der souveränen Regie von Czaika mit Zinks gelungener Komposition „Ja-a-le“ einen überaus bewegenden und großen Schlusspunkt. Die Ovationen wollten gar nicht mehr enden und wurden nur noch durch zwei Zugaben unterbrochen.

Das nächsten Konzert absolviert der Colloquium Chor am 10. Dezember, einem Adventssonntag, in der Christuskirche Füssen.